Studiendesign

Asunercept (APG101) wurde in einer klinischen Phase I-Studie in zwei Studienzentren (Heidelberg und Mannheim) zur Behandlung des myelodysplastischen Syndroms (MDS) evaluiert. Die einarmige Studie umfasste 20 transfusionsabhängige MDS-Patienten mit niedrigem bis intermediärem Risikoprofil, die nicht auf blutbildungsanregende Substanzen (erythropoietin­stimulating agents - "ESA") ansprachen. 

Die Patienten wurden über einen Zeitraum von drei Monaten mit Asunercept behandelt und anschließend weitere sechs Monate beobachtet. Eine Verlängerung der Behandlung war nicht vorgesehen. Primäre Endpunkte der Studie waren Sicherheit und Verträglichkeit, sekundäre Endpunkte umfassten die Veränderung der Transfusionshäufigkeit und Parameter der Erythropoese. Detaillierte Informationen zu Studiendesign, Einschlusskriterien und Studienzentren sind in englischer Sprache unter www.clinicaltrials.gov zu finden.

 

 

 

Ergebnisse

Die Behandlung mit Asunercept im Rahmen dieser Studie war gut verträglich und führte bei 44% der Patienten zu einer deutlichen Verringerung der Transfusionshäufigkeit in einem Zeitraum von über sechs Monaten (Ende der Nachbeobachtungsperiode). Zudem wiesen Veränderungen in Anzahl und Funktion der Erythrozyten-Vorläuferzellen darauf hin, dass APG101 die Erythropoese in dieser Patientenpopulation stimulieren konnte.

Aktuelles

Die Phase I-Studie ist abgeschlossen, finale Daten werden Ende 2016 veröffentlicht. Als Nächstes soll die Wirksamkeit und Sicherheit von Asunercept in Phase II-Studien mit MDS-Patienten anhand verschiedener Dosisschemata und je nach Studiendesign in Kombination mit ESA untersucht werden.

 

 

Der am weitesten fortgeschrittene immunonkologische Wirkstoffkandidat Asunercept (APG101) befindet sich in der klinischen Entwicklung zur Behandlung von soliden Tumoren und malignen hämatologischen Erkrankungen, wie etwa dem myelodysplastischem Syndrom (MDS). MDS ist eine Erkrankung des Knochenmarks, die durch Reifungsstörungen von Zellen während der Blutbildung charakterisiert ist und zu schwerer Anämie führen kann.

Die Anämie wird meist durch Bluttransfusionen behandelt, allerdings führt dies im Laufe der Behandlung zu einer Überladung mit Eisen, das u.a. die Leber schädigen kann. Gleichzeitig gehen auch die Zahl der Thrombozyten, die für die Blutgerinnung mitverantwortlich sind, und die Zahl der Leukozyten, die für die Immunabwehr zuständig sind, deutlich zurück. Daher leiden MDS-Patienten im Krankheitsverlauf immer mehr an plötzlichen Blutungen sowie lebensbedrohlichen Infektionen. Zudem besteht das Risiko des Fortschreitens der Erkrankung hin zu einer akuten myeloischen Leukämie, einer malignen Erkrankung des blutbildenden Systems. 

 

 

 

Die Reifungsstörungen der Zellen bei MDS-Patienten werden durch das CD95-System hervorgerufen. Durch die Behandlung mit Asunercept , welches das CD95-System inhibiert, könnte die Erkrankung ursächlich behandelt werden. Interimsdaten einer laufenden Phase I-Studie mit Asunercept bei MDS-Patienten mit niedrigem bis intermediärem Risikoprofil zeigen eine erhöhte Anzahl von Erythrozyten-Vorläuferzellen sowie eine Reduktion der Transfusionshäufigkeit nach Behandlung der Patienten mit Asunercept .

Aktuell gibt es kein zugelassenes Medikament für MDS-Patienten mit niedrigem bis intermediärem Risikoprofil und nur wenige klinische Studien mit positiven Ergebnissen. MDS ist somit eine Indikation mit hohem medizinischen Bedarf.